19.03.2014

Mein Lebensraum - Eine Dokumentation

In diesem Blog möchte ich euch kurz die Räume vorstellen, die in meinem Leben einen großen Einfluss haben / hatten , die Räume , mit denen ich unzählige Erinnerungen, Emotionen und Erlebnisse verbinde.


Nr 1:

Die Bühne: Mein absoluter Lieblingsraum. Neben der Schule investiere ich die meiste Zeit in Proben , singen , Gitarre spielen und Lieder schreiben, oder eben das Auftreten. Ich liebe das, was ich tue und könnte mir kein Leben ohne die Musik vorstellen. Ich verbinde enorm viel damit: sehr gute Freundschaften die entstanden sind durch das ganze Proben und sich treffen und Bandbesprechungen machen , die Verantwortung die ich habe als ein wichtiger Teil einer Gruppe die die Musik liebt , Disziplin die ich erlernen musste um mich hinzusetzen und die Lieder zu studieren und der Mut der dazugehört da raus zu gehen und zu performen. Das alles und noch viel mehr halfen bzw. helfen mir mich persönlich weiter zu entwickeln.

Ich kann mich glücklich schätzen, Leute gefunden zu haben die genau so passioniert sind wie ich , wenn es um Musik geht und die mir nach mittlerweile 2 Jahren echt ans Herz gewachsen sind. Ich liebe und genieße absolut jede Minute die ich mit proben verbringen kann , auch wenn es manchmal nicht nach Plan verläuft und ich dann herumzicke, doch nur so können wir als Band wachsen und die Messlatte höher setzen und uns höhere Ziele stecken. 

Meine Band und ich , wir sind alle ungefähr im selben Alter, haben große Ziele und eine große Leidenschaft für die Musik. 

Weiters ist das proben und das Auftreten eine geniale Abwechslung zur Schule und steigert gemeinsam unser Selbstbewusst sein. Das Feedback hilft uns ebenfalls auch in anderen Situationen des Lebens Kritik anzunehmen und uns zu verbessern oder uns an dem Ergebnis unserer Arbeit zu erfreuen. 


Nr.2 :



Die Kirche: Ich bin ein sehr gläubiger Mensch und gehe 2 mal in der Woche in die Kirche um Lobpreis zu machen, zu beten und mir die Predikt anzuhören oder einfach gesagt: Gott zu loben und zu preisen. 

Ich bin in einer gläubigen Familie aufgewachsen und kenne nichts anderes als seit 18 Jahren wenigstens ein mal die Woche in die Kirche zu gehen. Meine Eltern erzogen mich christlich und an meinem 15. Lebensjahr entschied ich mich, unbeeinflusst von meinen Eltern, auch diesen Weg zu gehen. 

In der Kirche, während meiner persönlichen Zeit mit Gott , habe ch die schönsten Dinge meines Lebens erlebt, denn seine Gegenwart erfüllt mich einfach komplett und gibt mir neue Energie, Hoffnung , mehr Liebe und vieles vieles mehr. 

 Egal was passiert, ich weiß ganz genau, dass meine Liebe zu Gott niemals erlischt und ich immer in die Kirche gehen werde , egal wann, egal wo. 

Die Beziehung zu Freunden die ich dort kennengelernt habe ist so stark , so standhaft und authentisch , sowas ist wirklich speziell. Leute investieren Zeit in dich , opfern sich selbst für dich auf, obwohl sie dich nicht wirklich kenne, sondern nur vom sehen her , und das ist so , weil wir eine Einheit sind im Glauben und uns das sehr stärkt. 

Die Gemeinschaft in der Gemeinde , die Liebe zwischen uns hat mich vor sehr sehr vielen blöden Entscheidungen bewahrt, die ich treffen würde ohne diese Leute. In der Kirche bin ich groß geworden , in der Kirche habe ich mich entwickelt und nur aus der Kirche kommen die Leute , die ich Freunde nennen kann. 

Für mich persönlich ist die Kirche das allerheiligste, der Ort an dem ich am allerliebsten bin. 


Nr. 3:





Die Schule: Der Ort mit dem ich die meisten Emotionen verbinde. Gelächter, Mitleid mit Menschen die in dieser Anstalt gelandet sind, Geweine , Ratlosigkeit, Wut, Selbstmordgedanken , Mordgedanken ( ich tendiere zu übertreiben ) , Hass, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit , ... mir fallen keine weiteren positiven Emotionen mehr ein, leider. 


Aber : Man muss einsehen, dass die Schule doch für die Zukunft, wenn es darum geht sich eine sichere, stabile und erfolgreiche Zukunft zu sichern , der wichtigste Ort ist. Natürlich geht man durch viel gutes und schlechtes , aber ich denke ich werde mir in weiterer Zukunft wünschen , dass ich wieder an dem Ort zurückkehre, wo ich meine Kindheit und die Jugend verbracht habe.

 

Doch nicht nur Stoff in den verschiedensten Fächern haben wir alle gelernt, nein , wir haben auch die Möglichkeit bekommen und psychisch , emotional und natürluch körperlich weite rzu entwickeln und das gemeinsam als Klasse. 


Ich bin froh, in den letzten 8 Jahren so viel dazugelernt zu haben und diese Möglichkeit bekommen zu haben , eine gute Ausbildung zu bekommen. Wenn man an Kindern in anderen Kontinenten denkt, sollte man froh sein, dass man überhaupt diese Möglichkeit bekommen hat. 


Nr. 4 :


Linz: genauer gesagt der Ort, an dem ich die ersten 8 Jahre meines Lebens verbracht habe :

(sorry fürs google maps  Photo , aber es gibt kein anderes Photo welches so gut veranschaulicht wo ich meine Kindheit verbracht habe ) 


Die Harterfeldstraße 5 , 3. Stock , 120m2 Wohnung. Der Ort an dem ich aufwuchs. 

Ich verbinde sehr viele Erinnerungen mit diesem Ort. 

Auf der Wiese ,zum Beispiel, die man im Photo sieht, das ist die Wiese wo ich Fußball spielen gelernt habe. Der Parkplatz hinter dem Gebäude, den man schlecht sieht aber erkennen kann , das ist der Parkplatz wo ich Rollschuh fahren und Skateboard fahren gelernt habe. Der Gehsteig vor dem Gebäude, welcher gerade im Schatten liegt, das ist der Gehsteig wo ich Fahrrad fahren gelernt habe und meine damalige Freundin mir den ersten Kuss auf dem Mund gab und der Kreisverkehr, das ist der Kreisverkehr an dem ich bei meiner Fahrradprüfung in der 2. Volk gestürzt bin und mir die Hand gebrochen hab. 

Wie ihr sehen könnt halten mich noch immer Erinnerungen an diesem Ort fest, die ich nicht vergessen werde und an denen ich gerne zurückdenke. Was innerhalb der vier Wände passiert ist, ist eine andere Story :)) 


Neben der näheren Umgebung rund um meinem ehemaligen Wohnblock kann ich noch einiges zur Stadt Linz im großen sagen: 

Linz ist auch heute noch ein wichtiger Ort für mich , ein Ort das ich so oft ich kann besuche, da ein Teil meiner Familie dort wohnt und nicht nur die, sondern auch die ganzen Kindheitsfreunde. Da ich noch vereinzelt Kontakt zu ihnen habe, freut es mich immer wieder, diese schöne und ruhige Stadt zu besuchen und dort schöne Stunden zu verbringen.


Nr. 5:

  

 


Ort Nummer 5 mit dem ich viel verbinde: Timisoara (dt. Temeschwar ) , Heimatstadt meiner Eltern .

 

Timisoara liegt im Westen Rumäniens und ist, im Gegensatz zu den meisten rumänischen Städten, eine sehr schöne Stadt die ich gerne Besuche. 

Ich komme alle zwei Jahre dazu , nach Timisoara zu fahren und meine Familie zu treffen bzw. wieder das rumänische feeling zu erleben. 

 

Wenn ich drüben bin verbringe ich die ganze Zeit mit meinen Cousins. Wir gehen schwimmen , Fahrrad fahren , Zigeuner verarschen und am Abend meistens in ein schönes Restaurant , weil es dort im Gegensatz zu Österreich viel billiger ist.

Am Abend steht dann das tägliche Familientreffen am Plan , wo sich alle in Timisoara lebenden Verwandten bei meiner Oma treffen und wir mal fett was essen. Tradition. 

 

Mein Lieblingsort innerhalb Timisoara ist jedoch mein 2.50€ Friseur mit dem ich mich sehr sehr gut verstehe und mich immer mit Kopfmassagen verwöhnt :)) . 


Ich versuche in letzter Zeit öfters nach Rumänien zu fahren, da meine Großeltern schon etwas älter sind und bald sterben könnten. 

 

In Zukunft denke ich , werde ich alle paar Jahre mal hinfahren um mir die Lage dort anzuschauen , wie sich die Stadt entwickelt und um zu sehen wie es meinen Verwandten geht.

  

 Nr. 6 : ANTI-RAUM!

 

 Definitiv der Winner meines Anti-Raum awardes: Die Zahnarztpraxis. *Gänsehaut* 

 

Der Geruch, die Geräusche. Der hohe Ton , wenn der dünne silberne Zahnschleifer deine Zähne berührt und diesen unerträglichen Schmerz auslöst. Der Speichel, der überall umherspritzt und du da liegst , angespannt, verschwitzt und dir gleichzeitig denkst, dass es ja voll grindig sein muss, Zahnarzt zu sein. 

Apparat Nummer 2. der Bohrer: er klingt schrecklich . Schrecklich klingt er . Manchmal träume ich Nachts davon. Du liegst da, auf diesem grauen Stuhl in dem Raum voller bunter Wände, unmonoton , spannend. Die Kiefer auseinandergespreizt, Schmerz , Angst , die Hoffnung, dass die Spritzen, die sich vorhin in dein Zahnfleisch gebohrt haben auch wirken, doch keine Chance. Der Apparat des Grauens ist in Betrieb, er wird dir mit Druck gegen das Kiefer gedrückt , direkt in den Zahn der so schmerzt. Es fühlt sich an als würde dir jemand durch den Kiefer direkt in dein Kopf bohren. Aufpassen ! Was mache ich jetzt mit der Zunge? Ich versuch sie stillzuhalten , doch genau dann muss ich sie bewegen , Angst. Vielleicht berührt der Apparat meine Zunge und bohrt sich durch. Oh nein . Oh nein. 

10 Minuten sind um , fertig. Es fühlte sich an wie 5 Stunden. Der elektrische Sessel geht rauf. Eisengeschmack in deinem Mund, Watteröllchen füllen ihn. Du bekommst ein Plastikbecher mit Wasser , spülst dein Mund aus und spuckst das Wasser aus . Es ist vorbei. 

 Doch warte mal bis die Wirkung der Spritzen nachlässt. 

 

Kennst du dieses Gefühl ? Konntest du dich einleben? Tja, ich glaube dann kannst du nachvollziehen warum dieser Ort mein Anti-Ort ist. ;) 

 

Wie ich persönlich den Begriff Lebensraum definiere: 

 

Für mich ist ein Lebensraum ein Raum , an dem man ungestört sein Leben verbringen und vor allem genießen kann. Ein Ort , der Abwechslung bringt , an dem man sich wohl fühlt und mit dem man viel verbinden kann. Ein Ort, an dem man sich leicht und gern zurückerinnert. 

 

 

Beurteilungskriterium
Abstufungen
Dokumentation
sehr aussagekräftig
aussagekräftig
umgesetzt
wenig ansprechend
zu wenig
Analyse Lebensraum
sehr ausführlich
ausführlich
ausreichend
minimalistisch
zu wenig
Auseinandersetzung mit Anti-Räumen
sehr ausführlich
ausführlich
ausreichend
minimalistisch
zu wenig

Persönlicher Kommentar:

Ich habe versucht in jedem der angeführten Räume zu erzählen was ich damit verbinde und welche Emotionen sie bei mir aufrufen. Weiters habe ich auch versucht ein Einblick in eben diesen Räumen zu geben und denke , dass mir dies auch gut gelungen ist. 



1 Kommentar:

  1. Lieber Paul,
    Danke für die sehr persönlichen Einblicke in deine eigenen wichtigen Lebensräume! Deinen Beitrag zu lesen war für mich sehr interessant. Auch wenn die Schule inzwischen nicht mehr mit allzu vielen positiven Emotionen verbunden ist, hoffe ich dennoch, dass du dir die paar positiven Dinge, die hier passiert sind, dennoch bewahrst! Der Zahnarzt ist schon manchmal furchteinflößend, aber ich habe die Erfahrung gemacht: Je besser man die Zähne putzt, desto weniger muss man Angst haben... ;-)!

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